Unsere Geschichte

Von den ersten WIMA-Frauen in den 1950er-Jahren bis zur internationalen Gemeinschaft von heute.

1950 – Der Anfang von WIMA

Die Geschichte der WIMA beginnt 1950 in den USA. Damals gründete Louise Scherbyn die Women’s International Motorcycle Association – zu einer Zeit, in der Frauen auf Motorrädern noch alles andere als selbstverständlich waren.

Ihre Idee war, motorradfahrende Frauen miteinander zu verbinden und ihnen über Ländergrenzen hinweg die Möglichkeit zu geben, Kontakte zu knüpfen und ihre gemeinsame Leidenschaft zu teilen.

Aus dieser Idee entwickelte sich eine internationale Gemeinschaft, die sich schon bald über die USA hinaus verbreitete.

1958 – WIMA kommt nach Deutschland

Ende der 1950er-Jahre hatte die WIMA auch Europa erreicht. 1958 wurde WIMA Deutschland gegründet.

Motorradfahrende Frauen waren damals noch eine Ausnahme – und insbesondere im Rennsport gab es für sie kaum Möglichkeiten, sich mit anderen Frauen zu messen.

Die ersten WIMAs trafen sich deshalb häufig an Rennstrecken. Hier konnten sie gemeinsam fahren und Rennen gegeneinander austragen – etwas, das Frauen zu dieser Zeit sonst kaum möglich war.

Die Treffen waren gleichzeitig echte Familienereignisse. Viele Frauen reisten mit ihren Männern und Kindern an. Rund um Motorräder, Rennstrecke und gemeinsames Campen entstand eine Gemeinschaft, die weit über den sportlichen Wettbewerb hinausging.

Der Rennsport ist heute aus den WIMA-Treffen verschwunden – die Gemeinschaft ist geblieben.

 

Ellen Pfeiffer – die erste Präsidentin

Eine der neun Mitbegründerinnen der europäischen WIMA war Ellen Pfeiffer. Sie gründete WIMA Deutschland und wurde ihre erste Präsidentin.

Ellen war selbst erfolgreiche Motorrad-Rennfahrerin. Das prägte auch die ersten Jahre der deutschen WIMA: Viele Treffen fanden in der Nähe von Rennstrecken wie dem Nürburgring oder dem Hockenheimring statt.

25 Jahre lang stand Ellen an der Spitze von WIMA Deutschland. 1983 übergab sie ihr Amt an Floh Petit, blieb der WIMA aber weiterhin eng verbunden und nahm regelmäßig an den internationalen Treffen teil – unabhängig davon, wie weit die Reise von ihrem Heimatort war.

Ellen Pfeiffer starb 2001 im Alter von 69 Jahren.

Bis heute erinnert der Ellen-Pfeiffer-Award an sie. Er wird an WIMA-Frauen verliehen, die sich in besonderer Weise für die WIMA und für Motorradfahrerinnen engagiert haben.

Anke-Eve Goldmann – „AEG“

 

Anke-Eve Goldmann, genannt „AEG“, gehörte zu den prägenden Motorradfahrerinnen der frühen WIMA-Jahre in Deutschland.

Die leidenschaftliche Motorradfahrerin widmete sich ab Mitte der 1950er-Jahre besonders dem Rennsport. Sie fuhr Lang- und Rundstreckenrennen auf dem Nürburgring und dem Hockenheimring und trat auch bei Rennen in Großbritannien an.

Damit gehörte sie zu den Frauen, die sich in einer Zeit ihren Platz im Motorradrennsport eroberten, in der dieser noch fast ausschließlich Männern vorbehalten war.

Anke-Eve Goldmann war viele Jahre aktive Mitfrau bei WIMA Deutschland.

Mehr über Anke-Eve Goldmann bei Wikipedia

 

1983 – Floh Petit übernimmt

Nach 25 Jahren an der Spitze von WIMA Deutschland übergab Ellen Pfeiffer 1983 die Leitung an Floh Petit.

Floh hatte zuvor bereits viele Jahre für die europäische WIMA gearbeitet, unter anderem im buchhalterischen Bereich. In den folgenden 18 Jahren leitete sie WIMA Deutschland mit außergewöhnlichem Engagement – lange Zeit als echte One-Woman-Show. Sämtliche organisatorischen Aufgaben bewältigte sie allein. Später wurde sie dabei von ihrer Tochter Sascia unterstützt, die inzwischen selbst Motorrad fährt.

Beim internationalen WIMA-Treffen in Tschechien entschied Floh schließlich, die umfangreiche und verantwortungsvolle Aufgabe in die Hände eines Teams zu legen.

International blieb sie der WIMA weiterhin verbunden: Bis 2007 war sie als International Treasurer für die weltweiten Finanzen der WIMA verantwortlich.

Für ihr jahrzehntelanges Engagement wurde Floh Petit 2022 mit dem Ellen-Pfeiffer-Award ausgezeichnet.

2002 – Verena Reindl und der Wechsel zum Team

2002 begann bei WIMA Deutschland eine neue Ära. Beim internationalen Treffen in Tschechien konstituierte sich erstmals ein Team aus mehreren Münchner Frauen, das gemeinsam die organisatorischen Aufgaben übernahm. Zur Präsidentin wurde Verena Reindl gewählt.

Aus dem zunächst entstandenen „WIMA Team München“ wurde nach der WIMA in Plothen das „WIMA Team Deutschland“.

Verena blieb bis 2019 Präsidentin und repräsentierte WIMA Deutschland in diesen 17 Jahren auf unzähligen nationalen und internationalen Treffen und Rallyes. Dabei war sie für die WIMA-Frauen stets eine verlässliche und ansprechbare Ansprechpartnerin.

Auch nach dem Ende ihrer Präsidentschaft blieb sie aktiv und unterstützte den Vorstand noch einige Jahre als gewählte Funktionsträgerin für den Bereich „Jubiläen“.

Nach Ellen Pfeiffer und Floh Petit war Verena Reindl die dritte Präsidentin in der Geschichte von WIMA Deutschland.

Für ihr außergewöhnliches Engagement wurde ihr 2025 der Ellen-Pfeiffer-Award verliehen.

2016 – WIMA Deutschland wird ein Verein

Seit 2016 ist WIMA Deutschland offiziell als nicht eingetragener Verein organisiert – mit Satzung, gewähltem Vorstand und Mitfrauenversammlung.

2019 – Susi Metzner wird Präsidentin

Susi Metzner engagierte sich bereits viele Jahre vor ihrer Präsidentschaft für WIMA Deutschland. 2007 gehörte sie zum Organisationsteam der internationalen WIMA-Rallye in Deutschland, von 2014 bis 2018 war sie Vorstandsmitfrau. 2019 wurde sie zur vierten Präsidentin von WIMA Deutschland gewählt.

In ihre Amtszeit fiel unter anderem die Einführung des Vereinsprogramms ClubDesk, mit dem die Verwaltung von WIMA Deutschland modernisiert und viele organisatorische Abläufe neu strukturiert wurden.

Ein besonderer Höhepunkt war die internationale WIMA-Rallye 2025 im Siegerland. Als Teil des Organisationsteams trug Susi mit Organisationstalent und Überblick wesentlich zum Gelingen der Veranstaltung bei. Mit 325 Teilnehmenden aus aller Welt wurde die Rallye zu einem großen Erfolg.

Bei der Versammlung während der Rallye im Siegerland stellte Susi ihr Amt auf eigenen Wunsch zur Verfügung und beendete damit nach sechs Jahren ihre Präsidentschaft.

Auch nach ihrer Zeit im Vorstand engagiert sie sich weiterhin für WIMA Deutschland und betreut heute wieder die WIMA-Homepage.

WIMA Deutschland bedankt sich für ihr langjähriges Engagement.

2025 – Franzi Bärsch bringt neuen Schwung

2025 wurde Franzi zur fünften Präsidentin von WIMA Deutschland gewählt. Mit viel Energie, neuen Ideen und frischem Schwung hat sie ihre Aufgabe übernommen und setzt damit die lange Geschichte von WIMA Deutschland fort.

Eine der wichtigen Aufgaben für die Zukunft wird es sein, auch jüngere Motorradfahrerinnen für WIMA zu begeistern und gleichzeitig die langjährigen WIMAs weiterhin für gemeinsame Treffen und internationale Rallyes zu gewinnen.

Dabei geht es nicht darum, Bewährtes über Bord zu werfen, sondern WIMA weiterzuentwickeln und die Gemeinschaft auch für die kommenden Generationen lebendig zu halten.

Wir freuen uns auf das nächste Kapitel der WIMA-Geschichte.