WIMA FANTASTICA 1999
– von Monika Greiderer –


Moni's Schuhplattler


Seit 20 Jahren fahre ich auf die WIMA die bereits 1958 in Scheveningen (NL) das 1. Mal in Europa stattfand. Die WIMA ist wie ein Virus - wenn frau erst mal da war und eine Woche Frauenpower, die täglich greifbarer wird, miterlebt hat, muß sie einfach immer wieder hin. Da frau ja nicht nur konsumieren kann, sah ich es an der Zeit, die WIMA auch einmal selbst zu veranstalten - und sie ist, trotz all der damit verbunden Arbeit - eine der positivsten Erfahrungen in meinem Leben geworden.

Ich bin mit meinen Mitstreiterinnen: Carmen, Hilde, Rita, Claudia, Annette und Monika zu einem Team zusammengewachsen und jede hat ihren Bereich optimal gemeistert. Wir alle haben während dieser Woche täglich nicht mehr als 2-3 Stunden geschlafen und kaum gegessen doch wir hatten eine Droge : die bis zu 300 anwesenden Frauen die uns auf einer Woge von Freundschaft und Begeisterung durch diese Woche getragen haben. Mein Dank gilt hier auch noch den vielen freiwilligen Helferinnen, die mit Freude und Einsatzbereitschaft mit zum Erfolg dieser WIMA beigetragen haben. Wir hatten wirklich eine bombastische Stimmung, jede war nur gut drauf und jeder Tag war ein neuer Höhepunkt.

Zum guten Gelingen trug natürlich auch der ideale Austragungsort bei. Unser Festzelt stand auf einer grünen Wiese, direkt am Walchsee, umrahmt von den Bergen des Zahmen Kaisers. Dergepflegte Terrassencamping war ca. 300 m entfernt. Wir haben am Freitag dieses Zelt noch im strömenden Regen aufgebaut - es hatte bereits 3 Wochen lang geregnet, doch als die 1. Frauen am Samstag ankamen, strahlte bereits die Sonne vom Himmel und hat uns die ganze Woche nicht mehr verlassen. Es waren ideale Temperaturen, Badewetter und Vollmondnächte, in denen das Lagerfeuer am See bis zum Morgengrauen durchbrannte.

Was soll ich da noch groß sagen - da muß frau einfach gut drauf sein! Natürlich gab es auch ein Programm und damit sich die Frauen besser kennenlernen, haben wir selbstgewählte Nationenteams mit je 4 Frauen zum Start gebeten. Jeden Abend wurden die besten des Tages mit Preisen und Pokalen geehrt - aber nicht bevor der legendäre WIMA-CHOR aufgetreten war, der das zu dieser WIMA gedichtete Lied täglich mit wachsender Begeisterung der WIMAS vortrug. Alle sangen und klatschten mit, standen auf Tischen und Bänken - es war eine tolle Stimmung, die die 6 "Isar-Schlampen" zu Höchstleistungen animierte. Nicht minder war die Stimmung, am Begrüßungsabend, als die Holzhacker plattelten. Die Honoratioren des Dorfes, die die Frauen auf's Herzlichste begrüßten, kamen überigens alle mit ihren eigenen Motorrädern. Die "Wettkämpfe" waren so gewählt, daß frau hauptsächlich Spaß daran haben konnte.

So wurde am Montag mit einer Blechwanne auf dem See gerudert, wurden Mohrenköpfe durch die Luft geschleudert und mit einer Holzschubkarre Strohballen um einen Parcours gekarrt.
Am Dienstag fand ein Trial auf der auf 1000 m hoch gelegenen Ottenalm statt. Die Frauen konnten einen Schotterweg bis zur Alm hochfahren. Das war für viele eine Herausforderung, doch alle waren stolz auf ihre Leistung. Ich mußte lediglich 4 Motorräder wieder nach unten fahren.

Am Mittwoch, beim Sommerrodelbahnwettbewerb konnten wir einigen Frauen einen Kindheitstraum erfüllen. Kurioserweise haben gerade die eher vorsichtigeren Motorradfahrerinnen hier die schnellsten Zeiten erreicht. Die traditionelle Rallye am Donnerstag wurde von den Berliner Frauen mit viel Herz und lustigen Ideen rund um das Kaisergebirge geführt. Die Starterinnen bekamen Namen wie Resi, Zenzi, Walli und hatten den ganzen Tag Zeit um herauszufinden, ob es nun auf der Alm eine Sünde gäbe oder nicht. Dazu mußten in dunklen Schuppen Motorräder ertastet, Steine aus einem Flußbett gehoben oder die Nadel im Heuhaufen gesucht werden. Als die Frauen, wieder am Zeltplatz angekommen, noch mit einer handbetriebenen Feuerwehrspritze - Wasser holen, pumpen, zielen, schnell, schnell, Dosen von einem Balken spritzen mußten, da stellte sich dann heraus, daß es auf der Alm gar keine Sünde geben kann, weil alle viel zu müde dafür sind. Zu all den Aktivitäten gab es jeden Tag ein typisches Tiroler Schmankerl, jeden Abend Disco und jede Nacht diese voll strahlende Mondin....

Beim Abschied nach einer so erfüllten Woche gab es viele neue Freundschaften und viele Tränen. Doch alle waren sich einig - ja es war wirklich eine ganz besondere WIMA - eben eine WIMA FANTASTICA.

Wimachor