WIMA al Mare 2009
vom 19.7. bis 25.7.2009
- von Elke -


Azzurro,
il pomeriggio è troppo azzurro
e lungo per me.
Mi accorgo
di non avere più risorse,
senza di te,
e allora
io quasi prendo il treno
e vengo, vengo da te,
ma il treno die desideri
nei miei pensieri all'incontrario va.

Buongiorno Signoras, noch immer klingt dieses Lied in meinen Ohren und ich musste es unentwegt auf der Heimfahrt vor mich hin summen und vor meinem inneren Auge sehe ich die 333 TeilnehmerInnen aus 10 Nationen mit mir dieses Lied singen. So wie einige von euch die WIMA nutzten um im Vorfeld oder danach durch Österreich, Kroatien, Slowenien oder Griechenland zu touren, tat ich dies auch. Wie singt Udo Jürgens: Ich war noch niemals in New York, ich war noch niemals auf Haiwai...... und da ich noch niemals in den Dolomiten war, wollte ich mir dieses Kurveneldorado nicht entgehen lassen. Nicht ahnend, dass ich meine Tochter als Anfängerin damit teilweise überfordern würde. Aber wie ihr ja alle sehen konntet, ist sie heil bei der Wima al Mare angekommen.

Wie ich hörte, sind Frauen in Regen und Schnee zur WIMA angereist. Wann begegnet einem schon mal im Sommer auf dem Motorrad ein Schneepflug. Tja, es gibt doch noch Erlebnisse der besonderen Art. Wie gut, dass wir schon eine Woche früher gestartet sind und bei herrlichstem Wetter über die Großglockner-Hochalpenstraße nach Lienz fuhren. Das Wetter war uns weiterhin gut gesonnen, die Radfahrer allerdings nicht. Wegen eines Radrennens war die Sella-Runde gesperrt und so mussten wir in Arabba, auf dem Weg zu unserer Unterkunft am Fuße des Latemar, eine Stunde warten. In dieser Zeit gesellten sich unzählige BikerInnen und AutofahrerInnen zu uns, so dass der Ort aus allen Nähten platze. Ja aber wo waren nur all die Radfahrer? Eine Handvoll Radler kamen gerade mal durch den Ort. Fragt nicht, was los war, als der Pass wieder freigegeben wurde und ich mit dem "Youngster" im Schlepptau. Ich musste in diesem Moment an meinem Großvater denken, der in solchen Situationen immer gesagt hat: "Da hast de die Gäß am Beutel gelangt!" Ja es hat uns mächtig gestunken! Da lag ein wunderbarer Pass vor uns und wir konnten auf Grund der Blechlawine den nur im Stopp und Go passieren und ich wusste nun auch wo all die Radfahrer waren. Die quälten sich den Pass hoch, deshalb gab es für uns kein Vorankommen.

Rechtzeitig zum Abendessen erreichten wir unser Domizil, den Gasserhof, ein Bikerhotel, was ich bei der Buchung nicht realisierte. Ich dachte es handelt sich um einen umgebauten Bauernhof mit Übernachtung und Gastronomie, genau das richtige für mich Landpomeranze. Da lagen sie nun um meinem Teller, die vielen Messer, Gabeln und Löffel. Aber seit "Pretty Woman" weiß auch ich wie das Besteck gehändelt wird.

Eine Woche wollten wir durch die Dolomiten zirkeln, was wir auch taten, aber wo fangen wir an. Auf meiner Landkarte von Falk (Südtirol M 1:150.000), gab es unzählige kurvenreiche Pässe. Der nächst gelegene glaubte als erster dran und das mehrmals und täglich erweiterten wir. Der schönste von den gefahrenen, war der Pso. d. Manghen und ich hatte das Gefühl 1000 Kurven geschwungen zu sein. Manchmal befleckten frische Kuhfladen den Weg, was besonders heikel war, aber wenn mich kurz drauf "Zensi, Grittli und Bärli" mit ihren großen treudoofen Augen anschauten, tuckerte ich lächelnd an ihnen vorbei. Immer wieder stellte ich mir die Frage, was bewegte die Menschen vor Jahrhunderten, sich in den Bergen niederzulassen. Der Liebreiz der Natur konnte es doch nicht nur gewesen sein, dass man sich ein Leben in Armut und körperlicher Anstrengung auf bürdet.

Anfänglich dachte ich, Berlusconi verpulvert die Staatsgelder nur für seine Liebschaften, aber im Laufe der Woche stellte ich fest, dass doch rege an den Straßen gearbeitet wird. Dennoch benötige ich einen neuen Satz Reifen, den zweiten für diese Saison. Ich bin bisher sehr umtriebig gewesen.

Noch bei + 6° C losgefahren, wurden wir am 19. Juli am Nachmittag bei sommerlichen Temperaturen und strahlend blauem Himmel auf dem Campingplatz Girasole bei Lignano herzlich empfangen. "La Famiglia" nahm uns sofort in Beschlag und so stellte ich mich noch am selben Abend mit der "Familie" wie viele von euch teilweise schwer bewaffnet den anderen Clans vor.

Als meine Tochter ihre Reiseapotheke zusammenstellte, belächelte ich sie und ich hätte nicht gedacht, dass diese rege zum Einsatz kommen würde. Wie gut, dass wir noch das Mosquitospray von Finnland hatten. Bei mancher half auch das nichts und so wurde nach alten Hausmitteln gegriffen, wie Kohlblätter auflegen, die tatsächlich eine wundersame Heilung vollzogen.

Leicht gekleidet, was wir schon der Hitze am Morgen zu verdanken hatten, fuhren wir montags im Corso ans Meer, was nicht allen Unbeteiligten schmeckte. Denn die vielen Motorräder ließen für einen gewissen Zeitraum kein Vorankommen zu. Sprich wir haben den Verkehr in Lignano lahm gelegt und wer es doch wagte, sich im Kreisverkehr mit dem Auto zwischen uns zu zwängen, wurde argwöhnisch aus gehupt und von den Carabiniere heraus gewunken. Der venezianischen Prosecco-Empfang am Strand beflügelte und ließ uns im dreiviertel Takt dahin schweben. Während sich die einen anschließend am Strand vergnügten, fuhr ich wieder zum Campground zurück, weil ich nicht zu den Sonnenanbeterinnen gehöre.

Watch your steps sweetheart, hieß es an diesem Abend für Sophia. Und wir amüsierten uns sehr, als die Sophia vom Clan Geisha frisch, frei und frech von der Bühne entführt wurde. Spätestens da wussten alle Clans, dass sie gut auf ihre auf zupassen hatten.

Am nächsten Morgen sattelten wir schon früh auf, denn wir wollten die Fähre nach Venedig nicht verpassen. Je näher wir dem Ziel kamen, umso langsamer wurden wir. Wo kamen auf einmal all die Autos her? Wenn wir unser Ziel rechtzeitig erreichen wollten, mussten wir italienisch fahren. Verkehrsregeln waren somit ein Fremdwort. Geschwindigkeitsbegrenzung ade! Fahren auf dem Mittelstreifen und über Radwege war angesagt. Nach der Moralpredigt meiner Tochter wegen unserer Fahrweise, gab es ein dickes Lob von der "Familie" an sie, weil sie die "Feuertaufe" mit Bravur bestanden hatte. Übrigens war nett anzusehen, wie über 200 Frauen am Fährhafen sich ihrer Bikerklufft entledigten, sofern diese sich nicht schon mit dem schweißtreibenden Körper vereinigt hatte und leicht bekleidet mit der Fähre nach Venedig übersetzten, um vorher noch mit Entsetzen die Leiche von Richterin Emilia Visconti im Wasser vorzufinden. Venedig - Stadt der Liebe, für mich eher Stadt des Tourismus und der Hitze. Ich konnte nichts von dem amourösen Zauber verspüren, den diese Stadt angeblich versprüht. Die Japanerinnen verschwanden sofort in einer Gondel und wir schipperten mit einem Motorboot den Canale Grande entlang bis zur Rialtobrücke, um zu Fuß durch enge, verspielte Gassen wieder zum Fährhafen zu gelangen.

Wann immer es möglich war, gönnten wir uns eine Abkühlung im Campground eignen Swimmingpool. Da war der "Poolday" am Mittwoch willkommen. Die "Familie" hatte an diesem Tag noch einige Aufgaben zu erledigen. Die Identität einer Wasserleiche ausfindig machen, Bomben entschärfen, Geldwäsche, Vanessa musste ihr fahrerisches Können unter Beweis stellen und Sophia durfte ihre Grazie auf dem Laufsteg zur Schau stellen, schließlich befanden wir uns in Italien, dem Mutterland der Mafia.
Sehnsüchtig wurde Tags darauf die Rallye in die Berge erwartet. Mit gutem Beispiel fuhr ich vor, denn ich wollte nicht wieder von meiner Tochter wegen zu hoher Geschwindigkeit gerügt werden. Beim ersten Stopp meinte sie: "Ein bisschen schneller könnte es schon gehen, so 10 km/h mehr im Schnitt." Ich schaute sie nur mit großen Augen an und dachte bei mir: "Aha die italienische Fahrweise auf dem Weg nach Venedig hat Spuren hinterlassen." Abkühlung konnten die Berge aber nicht wirklich schaffen, aber wer das Ziel in Slowenien erreichte, wurde am "Camp Klin" mit einem Naturparadies belohnt.

Diese Wima al Mare war Anlass für die "Clanchefin" Monika Greiderer das 30-jährige Bestehen ihres Münchner Frauenmotorradstammtisches zu feiern. Bayrisch zünftig ging es abends zu, was wir alle genossen. Ihr "Clan" zelebrierte sie würdig!

Was für eine Dynamik so ein Fototermin im Swimmigpool auslösen kann. Hat wirklich riesig Spaß gemacht mit euch im Wasser so herum zu toben! Für mich solls rote Rosen regnen...... und das im wahrsten Sinne des Wortes. Beim Prosecco-Empfang am Pool am letzten Abend fielen abertausende Rosenblüten aus einem Hubschrauber vom Himmel und nicht nur mir wurde melancholisch zu mute. An dieser Stelle möchte ich den Veranstalterinnen, der Familie Ramazotti, für eine gelungene WIMA al Mare danken. Welche Mittel sie zu deren Durchführung neben ihren guten Beziehungen vor allem im südlichen Teil Italiens und ihrer zähen Verhandlungsfähigkeit eingesetzt haben, überlasse ich der Fantasie meiner LeserInnen.

Um möglichst flott nach Hause zu kommen, entschieden sich etliche, so auch wir und viele, viele AutofahrerInnen bei Latisana auf die A 4 zu gehen. Es wäre besser gewesen bis Udine über Land zu fahren. Trotzdem sind wir schon um 18.00 h in Bernau a. Chiemsee angekommen, wo wir eigentlich übernachten wollten. Wir beschlossen weiter zu fahren, was keine gute Idee war. Ein Stau auf der Autobahn trieb uns auf die Landstrasse zurück und so benötigten wir bis Nürnberg weitere vier Stunden. Ich war stolz auf meine Tochter, dass sie mit mir eine Tagesetappe von 600 km bewältigte. Unsere Begleiterin kam nur bis Rosenheim, weil ihr die Kette riss, aber Dank ADAC konnte sie doch noch in ihren vier Wänden nächtigen.

Wieder zu Hause ist noch immer der Zauber der WIMA zu spüren und vor allem zu sehen. Die mitgeschleppten Utensilien sind noch in der Wohnung verteilt und ich habe es nach 3 Tagen nicht geschafft, alles zu reinigen und wieder ordnungsgemäß zu deponieren.

Und im nächsten Jahr, wenn wir uns alle wieder sehen, singen wir erneut gemeinsam:


Eine neue WIMA ist wie ein neues Leben,
na na na na na naaaaaaaaaaaaaaaa,
Was einmal war ist vorbei und zählt nicht mehr.

Eine neue WIMA ist wie ein neues Leben,
na na na na na naaaaaaaaaaaaaaa,
Mir ist als ob ich durch sie neugeboren wär.

Heute fängt eine neues Leben an,
diese WIMA die ist schuld daran,
alles ist so wunderbar, dass frau es kaum verstehen kann.