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WIMA 2008 in Finnland
vom 4.8. bis 9.8.2008
- von Elke -
Da war sie, meine 2. WIMA! Letztes Jahr das erste Mal in Thüringen mit der WIMA in Berührung gekommen, wurde ich sofort vom "WIMA-Virus" infiziert und es war klar: Ich bin 2008 in Finnland dabei, nichts ahnend, dass ich schon 3 Wochen nach der WIMA Thuringia finnischen Boden betreten würde - Lappland. Es gibt doch tatsächlich Frauen, die nicht nach Finnland fahren, weil es dort keine Kurven gibt. Wer das behauptet, hat noch nicht die Gegend am wunderschönen Saimaa See kennengelernt.
Die WIMA begann für mich und auch etlichen von euch schon Wochen vorher. Denn wer sich die Zeit stehlen konnte, nutze die WIMA in Finnland für einen Skandinavien- oder Baltikumtrip und das hieß rechtzeitig Vorbereitungen treffen, bzgl. Fährbuchungen etc.
Durch die Begegnungen mit euch bei verschiedenen Motorradtreffen im letzten Jahr blieb meine inzwischen volljährige Tochter nicht unberührt vom "Motorradvirus" und so begleitete sie mich in diesem Jahr zur WIMA, doch womit? Nicht sicher ob sie bis zur WIMA ihren Motorradführerschein in der Tasche hat und dann mit einer gedrosselten Maschine - auf meiner Virago XV 535 war ja nun wirklich kein Platz für uns beide - naja... ohne Gepäck schon ;) - Fragen über Fragen!
So machten wir uns am 1. August, direkt nach Schulschluss (letzter Schultag in Bayern) mit einem Trike auf nach Rostock. Mit dem Auto wollte ich nicht zur WIMA. Ich wollte unter freiem Himmel fahren und Sonne, Wind und Regen - vor allem letzterem, wie wir dann feststellen mussten - ausgesetzt sein. Ich brauchte das feeling des Bikens und da Trikefahren nicht fremd für mich war, war das eine Alternative für mich. Meine Tochter ist mir heute noch dankbar für diese Lösung, denn sie als "Youngster" hätte den 700 km Ritt nach Rostock nicht gehändelt und auf so einem Trike lässt es sich gut schlafen, was sie dringend nötig hatte, denn sie kam erst 1 Tag zuvor von einer Klassenfahrt von Wales nach Hause, wo sie die Nacht im Bus durchgemacht hatte.
Natürlich blieben die Staus auf der A9 nicht aus und ich vermisste mein Bike, denn mit einem Trike ist da mal nix mit durchschlängeln, da bleibst de brav mit den PKW's in der Spur stehen - SHIT! Nach zehnstündiger Fahrt endlich in Rostock am Fährhafen angekommen, war die Freude groß, gleich auf eine Gruppe Frauen zu stoßen, die ganz klar auch zur WIMA wollten und wie sollte es anders sein, auch Verena, unsere Präsidentin war mit von der Partie. Die Wiedersehensfreude war groß und als frau mitbekam, wen ich mit on board hatte, wurde das "Kücken" sogleich beäugt und ganz liebevoll in den Kreis der "Oldies" aufgenommen. Mädels das habt ihr gut gemacht, das war ein super Einstand von euch für meine Tochter. Der Nachwuchs muss liebevoll behandelt werden auch wenn ihr teilweise geschockt wart mit welch einem Gefährt ich aufschlug.
In Helsinki nach 24-stündiger Fährfahrt angekommen, verloren sich erst einmal unsere Wege. Da es erst Sonntag morgen war und noch ein Tag verblieb bis zum Beginn der 50. Europäischen WIMA in Heimari, nutzen wir die Gelegenheit einen Tag in Helsinki zu verweilen, der natürlich zu kurz war um alles sehenswerte der Stadt und näheren Umgebung in Augenschein zu nehmen.
Montagmorgen: Es regnete und der Käfermotor des Trikes war noch müde und sauer über das feuchte Wetter und lies sich mehrmals bitten endlich durchzustarten, aber mir ging es auch nicht anders und so war es nicht verwunderlich, dass ich auf dem Weg nach Ristiina erst einmal Richtung St. Petersburg fuhr. Dort wäre ich auch angekommen, wenn mich nicht meine Tochter bei unserem ersten Stopp wutentbrannt darauf aufmerksam gemacht hätte. So verpeilt war ich schon lange nicht mehr, denn wer mich kennt, fährt gerne in meiner Begleitung, weil ich zielsicher ankomme.
Heimari 14.00 h alle Anspannung war wie weggeblasen, wir waren am Ziel. Kaum aufgeschlagen fing die Begrüßungszeremonie auch schon an und meine "Großfamilie" vom letzten Jahr hatte schon einen Zeltplatz für mich reserviert. Besonders habe ich mich darüber gefreut, dass meine beiden Französinnen auch wieder mit von der Partie waren und die Kommunikation dank meiner Tochter in diesem Jahr vorzüglich klappte. Ich vermisse euch alle!
Nach der offiziellen Begrüßung am Montag Abend erwartete uns ein kleiner Sparziergang in vergangene Zeiten mit heidnischen Beschwörungen und Gebräu. Am Dienstag entzog ich mich nach einer entspannenden Massage dem angebotenem Programm um auf wunderschönen kurvenreichen Straßen nach Savonlinna zu fahren um dort die Burg "Olavinalinna" zu besichtigen. Meine Tochter vergnügte sich derweil mit einem Teil der "Großfamilie" bei den Gruppenspielen, während wiederum andere Teilnehmerinnen die Felsenmalereien besichtigten.
Der Mittwoch stand ganz im Zeichen der traditionellen Rallye, bei dem wir natürlich den letzten Checkpoint verpassten. Da haben wir wohl etwas zu sehr getrödelt oder lag es doch an der relativ langen Strecke, ach nein die verflixte Schotterpiste war schuld daran. An dieser Stelle sei angemerkt, für die, die es bis dahin noch nicht mitbekommen haben - so wie ich - Straßen in Finnland mit vierstelligen Nummer haben in der Regel kein "black top". Ach was soll's, all diese Unannehmlichkeiten konnte frau jeden Tag in den verschiedenen Saunas vergessen. Jawohl, ich als passionierte "Nicht-Sauna-Gängerin" konnte sogar von dieser althergebrachten finnischen Tradition mich nicht verschließen und die Karaoke begeisterten Finnen haben es doch tatsächlich fertig gebracht auch mich vor's Mikrofon zu bekommen, aber mal ehrlich, wer kann sich schon bei "Dancing Queen" von ABBA auf dem Stuhl halten?
Einen üblen Nachgeschmack hinterließ die Parade am Donnerstag bei mir und ich denke auch bei einigen von euch. Nachdem ich mich brav an letzter Stelle eingereiht habe, was mir unzählige Mal ans Herz gelegt wurde, weil ich mit meinem Gefährt so gar nicht in den Motorradkorso passte, legte kurz vor Paradebeginn eine Finnin Hand an meiner mitgeführten Regenbogenfahne an, um sie zu entfernen, weil angeblich nur Länderfahnen genehm wären. Ich war so geschockt, dass ich gar nicht reagieren konnte. He! Wo ist eure Toleranz?? Schließlich fuhren auch Atheistinnen hinter dem Kreuz her, dass sich der Pastor auf's Motorrad gespannt hatte und überlegt mal, wo stünde die WIMA heute ohne die unter der Regenbogenfahne lebenden Frauen?! Mir war an diesem Abend die Lust auf die Tanzveranstaltung in Metsälinna vergangen, der viele folgten. Danke an meine "Großfamilie" mit der ich einen geselligen Abend verbrachte.
Mittwochs kam schon die Meldung eines Unwetters auf, welches uns bis Freitag erreichen sollte, das Bangen um die Zelte begann, aber Petrus hatte ein Einsehen und ließ es nur unaufhörlich regnen und was soll ich sagen, mein ausgeliehenes "Aldi-Zelt" hielt dem Wetter stand. So fielen einige Ausfahrten ins Wasser, was den beiden Belgierinnen zu Gute kam, die am Freitag einen Report, genannt "Miss Muslimi", über ihre Motorradreise durch islamische Länder, vortrugen. Diese Gelegenheit nutzen auch die beiden Britinnen um noch einmal kurz über ihre Südamerikareise zu berichten.
Der Alkoholkonsum bei der diesjährigen WIMA hielt sich bei mir in Grenzen, denn 4,40 € für den halben Liter Bier, war mir das Gebräu doch nicht wert. Die umliegenden Supermärkte hatten allerdings ihren Nutzen davon, den die Teilnehmerinnen karrten "traggerlweise" das für mich immer noch zu teure Bier an.
Wie immer Samstags hieß es Abschied nehmen, aber unser Weg führte uns nicht direkt zurück nach Germany, sondern wir machten noch einen Abstecher nach Stockholm wo wir letztendlich im "Vandrahem af Chapman" landeten - der schwimmenden
Jugendherberge.
Etwas ungehalten über meinen Entschluss nur einen Tag in Stockholm zu bleiben, wo diese Stadt Tage verdient hätte, weil ich unbedingt am
"Schwedenhäuschen"
vorbei schauen wollte, da mich eine persönliche Geschichte damit verbindet, verließ meine Tochter nur schweren Herzens Tags drauf diesen idyllischen Ort.
Tja Mädels, es war schön mit euch, den fast 170 Teilnehmerinnen aus 12 Nationen (Australien, Belgien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Japan, Niederlande, Österreich, Schweiz, Schweden, USA).
See you next year in Italy bei der WIMA Al Mare und verabschieden möchte ich mich mit dem WIMA-Song:
"We are part of the WIMA-family" von Alex nach der Melodie von "yellow submarine".
Every year, we start a trip,
to a place, where we all meet.
The clothes are packed, the chain is oiled,
let the motor run, we wanna have fun!
Different countries and different sights,
different languages and people, too.
The bike is fast, the road is long,
all the girls in here, let's sing our song:
Refrain:
We are part of the WIMA-family, WIMA-family, WIMA-family.
We have fun at the WIMA-family, WIMA-family, WIMA-family!
No matter if the shower is cold,
or the rain is pouring down.
Mosquitos or a million ticks,
a parking-house could be our home!
There might be mountains, or there's a lake,
winding roads or just straight on.
There might be culture, a lot of sight,
and at the fireplace, we meet at night!
Refrain:
We are part of the WIMA-family, WIMA-family, WIMA-family.
We have fun at the WIMA-family, WIMA-family, WIMA-family!
The music's good, a lot of beer,
and all the girls I know, came to meet here,
a lot of fun and we all dance.
So let's get loud, let's take the chance!
After 5 days, we need to split,
the way back home, again a trip.
And so next year, we meet, my friend,
in a differnt place, let's make a plan!
Refrain:
We are part of the WIMA-family, WIMA-family, WIMA-family.
We have fun at the WIMA-family, WIMA-family, WIMA-family!
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