WIMA Alpina in Oberiberg (Schweiz)
vom 14.8.-18.8.2006
- von Barbara Engelke -



Mehr als 300 Frauen auf über 200 Töffs trafen sich dieses Jahr zur WIMA in den schweizerischen Alpen.
Anfahrt nach Hoch-Ybrig Für mich war es die erste WIMA überhaupt und sie hat mich begeistert. Seit über 20 Jahren bin ich nun auf meinen Zweirädern unterwegs und habe dabei auch etliche Motorradtreffen angefahren und durfte nun feststellen: die WIMA ist etwas ganz Besonderes.
Wo kann ich so viele Frauen unterschiedlicher Nationalitäten treffen, die mit Leib und Seele dem gleichen Hobby frönen wie ich? Auf der WIMA!

Zur Anreise am Sonntag hatte sich Petrus einen freien Tag genommen und vermutlich hatte sein Stellvertreter viel Freude an Wasserspielen. Es schüttete aus Eimern! Wir (allein schon das eine Das Parkhotel kleine gewürfelte Gruppe mit der Margit aus Hagen, der Gabi (Kräuterfrau) aus Wiesbaden und mir Harzer Hexe) sind eher nach Unteriberg geschwommen denn gefahren. Aber die Schweizer Gastgeberinnen hatten vorgesorgt! Auf dem Treffengelände (1035 m ü. M.) am Ausgangspunkt für die Seilbahn in das Skigebiet Hoch-Ybrig steht ein Parkhaus. Dieses durfte von den Frauen zur Hälfte zum zelten genutzt werden und wurde offiziell in „Parkhotel“ umbenannt. Und für so eine Zeltfeindin wie mich gab es auch noch ein kleines Hotelzimmer, allerdings war das Hotel schnell in WIMA-Frauen-Hand. Es gab doch mehrere Frauen, die zumindest für die erste Nacht gern eine warme, trockene Unterkunft Milchkannen werfen in einem festen Gebäude genossen.

Für die gesamte Woche war von den Schweizer Frauen ein Programm erstellt worden, welches jede Frau bei ihrer Ankunft ausgehändigt bekam und sich so in Ruhe aussuchen konnte, woran sie wann teilnehmen wollte. Der Montag begann dann freundlicherweise trocken. An diesem Tag wurden Spiele angeboten, mal mit der Armbrust schießen wie Wilhelm Tell oder mit Bällen in Milchkannen treffen wie Heidi.
Das Schweizer Team
Am Abend gab es zur offiziellen Eröffnung der WIMA ein Begrüßungsdinner. Die Schweizerinnen hatten ihre Töff-Klamotten an den Nagel gehängt und präsentierten sich unter tosendem Kuhglockengeläut einer ansässigen Heimatgruppe in Dirndl und krachener Lederbüchs zur Begrüßung ihrer WIMA-Gäste.

Ab Dienstag war Petrus wieder richtig gut gelaunt und bescherte uns reichlich Sonne. Jetzt konnte einer der wesentliche Punkte endlich ausgeführt werden: Motorrad fahren! Im Umkreis von rund 200 km trafen wir immer wieder auf andere Frauen der WIMA. In großen und kleinen Gruppen oder auch mal allein sind die Kurven und Kehren näher erkundet worden. Und weil so viel „Gekurve“ hungrig und durstig machte, wurde ganz nebenbei noch die leckere Schweizer Küche gründlich erkundet. Wie wir dann noch feststellten mussten, kann Schweizer Schokolade in fester wie flüssiger Form süchtig machen…

Am Mittwoch wurde die Orientierungsrallye mit einigen sportlichen Sonderprüfungen durchgeführt. Wer in so Faszination Natur einer schönen Gegend eine WIMA organisiert, der braucht sich über die traumhafte Streckenführung einer Rallye nicht viele Gedanken machen. Reichlich kreativ zeigten sich erneut die Ausrichterinnen der WIMA bei den Sonderprüfungen: Heidi ließ wieder nett grüßen! Freilich wollten mich an dem einen Berg die herumstreifenden Ziegen erst gar nicht durch die hohle Gasse zur Heidi lassen… Meine deutsche Kuh konnte diese meckernde Bande nicht sonderlich beeindrucken, aber irgendwann ließen mich die Ziegen dann doch gnädig passieren. Der Geißenpeter hatte wohl auch seinen freien Tag…

Mit rund 200 Töffs ging Korso es im Motorradkonvoi am Donnerstag von dem Treffenplatz nach Einsiedeln zum Freiluftgottesdienst auf den großen Platz vor dem Kloster. Viele Frauen hatten das CH-WIMA-T-Shirt an und ihre roten Caps auf, was zusätzlich den optischen Eindruck dieser großen Gruppe verstärkte. Es wurde ein Gottesdienst abgehalten und die Frauen mit ihren Töffs gesegnet. Ganz nebenbei wurden die WIMA-Frauen zur Attraktion in Einsiedeln. Etliche TouristInnen erkundigten sich nach Sinn und Zweck der Veranstaltung und hörten zum ersten Mal in ihrem Leben von einer Vereinigung Motorrad fahrender Frauen. Die Nachfrage ließ mich immer wieder schmunzeln: „DAS sind alles Frauen? DIE fahren alle selbst Motorrad?“ Bei einigen Gesprächen beschlich mich das Gefühl, dass die TouristInnen, wieder daheim angekommen, mehr von den Frauen und ihren Motorrädern berichteten, anstatt von der schwarzen Madonna des Klosters…

Der Freitag wurde noch mal genutzt, um sich in Ruhe von der traumhaften Region zu verabschieden. Gabi und ich trieben Ausfahrt unsere Kühe noch mal von Alm zu Alm: St. Gotthard, Nufenen, Grimsel und Furka. Und auch an diesem Tag wieder dieser Effekt, dass plötzlich am Straßenrand Motorräder standen, die wir doch schon kannten. Bei strahlendem Sonnenschein waren viele der WIMA-Frauen wieder auf ihren Töffs unterwegs. Am Abend hieß es dann Auf-Wiedersehen-Sagen. Neue Bekanntschaften waren geschlossen worden und nach dem reichhaltigen Abschiedsessen luden diedeutschen WIMA-Frauen mit einer beeindruckenden Videoshow zur WIMA-Thuringia 2007 in Plothen ein.

Vieles mehr gäbe es noch zu berichten, es gab Preise für die Rallyefahrerinnen, Passfahrerinnen und die Teilnehmerinnen der Spiele, an einem Abend wurde im großen Gemeinschaftszelt eine Disco veranstaltet und vieles andere organisierten die Frauen.

Ihr Schweizerinnen habt ein wahrlich beachtenswertes Treffen auf die Beine gestellt - vielen Dank!

Freue mich jetzt schon auf meine 2. persönliche WIMA - Auf Wiedersehen in Thüringen