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WIMA in Sjöröd (Schweden)
vom 1.8.-6.8.2005
- von Christina Schnabelmaier -
5 Jahre nach der WIMA Arctica in Finnland ist es endlich wieder so weit: Hinauf geht es
1500 km hoch in den hohen Norden Europas.
Diese Breitengrade sind verrufen für nasse und kalte Sommer, so dass meistens keine
150 Frauen auf nordeuropäischen WIMA-Treffen zusammenkommen.
In diesem Jahr hat die Wettergöttin allerdings die gewohnten Tatsachen verdreht.
Während von Deutschland bis hinunter nach Italien einige Landstriche im Hochwasser zu
versinken drohten, wurde Südschweden nur von der Sonne überflutet.
So konnten wir bei fast ungewohnt sommerlichen Temperaturen unsere WIMA Woche in Schonen trocken
und in wohliger Wärme genießen- und wir waren insgesamt 240!!!
Nicht umsonst ist Südschweden das Hauptreiseziel der SkandinavierInnen. Von der
Öresundbrücke bei Malmö, über Ystad, - das Kommissar Wallander auch
in Mitteleuropa so bekannt gemacht hat -, bis hinüber an die Westküste mit dem
hübschen Hafenstädtchen Simrishamn wollte die Sonne kaum einen Tag pausieren.
Das Campingareal - ein eher spartanisch anmutendes Scoutlager unweit der Westküste
Südschwedens - liegt romantisch nahe an einem fischreichen See. Hier fanden einige
WIMA-Frauen sogar ihr Petri-Heil in Gestalt entspannender Stunden am einsamen Ufer.
Auch der eine oder andere Sprung ins doch recht kühle Nass war bei sommerlichen Temperaturen
zumindest kurzzeitig möglich.
Innerlich wirkten die moderaten Bierpreise ebenfalls sehr angenehm. Mit dem Euro haben wir uns
dem skandinavischen Preisniveau schließlich doch ganz gut angenähert.
Die schwedischen Organisatorinnen hatten das internationale Jahrestreffen so konzipiert, dass
den Besucherinnen reichlich freie Zeit blieb um die, - wenn auch wenig kurvenreiche -, Umgebung
ausgiebig zu erfahren. Der Ausflug in den Stenshuvud Nationalpark schenkte uns einen nicht enden
wollenden Blick über den weitläufigen, fast menschenleeren Sandstrand.
Von unserer schwedischen Begleiterin lernten wir, dass es hier in Schonen geradezu ein Muss ist,
sich in einem der traditionsreichsten Cafés im wohnzimmerartigen Speiseraum am Kuchenbuffett
mit einer riesigen Auswahl an Gebackenem voll zu stopfen. - LECKER!
Besser verdaulich sind allerdings die unendlich vielfältigen Fischgerichte. Gedünstet
oder gegrillt, gebraten oder als Fischsuppe gekocht- einfach köstlich und vor allem ganz frisch!
Das durften wir in Ale Stenar, - das schwedische Stonehenge -, auf unserer Rally-Etappe, so richtig
auskosten. Da lohnte sich das Anstehen am Tresen schon alleine beim Einatmen der
Essensdüfte.
Unser traditioneller Motorradkorso durch das Umland führte uns anderntags in die von
TouristInnen gut besuchte Hafenstadt Simrishamn. Begeisterte SchwedInnen winkten unserer
einfahrenden Motorradgruppe schon vom Straßenrand aus kräftig zu.
Am Schiffsanlegeplatz angekommen wurden wir und unsere Maschinen von neugierigen PassantInnen
umringt. Das intensive "Benzingespräch" mit einer alten Dame, die seit ihrer
Kindheit hier lebte und schon immer Frauen auf ihren großvolumigen Maschinen bewunderte,
freute uns ganz besonders. Auch die Wohnmobilreisenden, die sich rasch zu uns gesellten, wahren
äußerst interessiert an der doch gar nicht so wilden Horde Motorradfrauen.
Freundliches Interesse zu zeigen, ohne dabei aufdringlich zu wirken, ist eine echte Stärke
der SkandinavierInnen. Wir fühlten uns wiedereinmal rundherum wohl.
Dann kam er aber doch noch, der Regen - und zwar ziemlich heftig. Am Abschlussabend,
während wir uns über die Preisverleihung freuten, im Discoraum auf House und Charts
tanzten und den letzten Abend in der Gemeinschaft genossen, öffnete die schwedische
Wettergöttin sämtliche Himmelsschleusen. Es war nicht mehr möglich trocken zu
den stets sehr (!) sauberen Toiletten zu kommen. So manche Zeltnaht musste dem Wasserdruck
schließlich nachgeben.
Bis spät in die Nacht hinein prasselte der Regen als Wolkenbruch hernieder. Das ist das
Skandinavien, wie wir es eigentlich kennen und erwarten.

Jedoch - am anderen Morgen, als es wieder hieß:
"Abschiednehmen für ein Jahr" - erhellte die Sonne schon wieder den Campingplatz
und unsere Gemüter. Vergessen war der Regen auf dem schnell wieder getrockneten
Grasboden.
Die 240 Frauen beschäftigten sich an diesem Morgen mit der Abreise. Zelte zusammenpacken,
Kochgeschirr verstauen, die Kleidung wieder im Packsack oder in den Seitenkoffern
unterbringen - auf solch weiten Reisen manchmal eine Kunst für sich.
Einige Frauen nutzten die schwedische WIMA für die Fortsetzung ihrer Urlaubsreise in das
gebirgige Süd-Norwegen, andere fuhren weiter nach Finnland, und wieder andere blieben noch
einige Tage im Land von smörebröd und blonden flickas.
Alle haben die Freundlichkeit der SchwedInnen, ihre Gelassenheit und respektvolle Distanz genossen.
Auch die Weite und Ruhe der skandinavischen Natur begeistert immer wieder. Hier findet frau
intensivste Erholung weitab von Hektik und Stress deutscher Geschäftigkeit. Hier gibt es sie
noch - die unberührte, fast wilde Natur
Wir freuen uns heute schon auf das Treffen im Jahr 2008 bei den finnischen WIMA-Frauen und auf
ihr freundliches
TERVETULOA!
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